Ohne Schublade

Eigentlich sollte diese Zeit eine schöne für mich werden.
Wir haben bald Weihnachtszeit und endlich erfüllen sich große Wünsche für mich. Von der Stadt aufs Land, von der Alleinerziehenden endlich mit meinen Partner zusammenziehen.
Jetzt habe ich die Wohnung gekündigt und bin auf Nachtmietersuche, wie schon so viele Male davor.
Jetzt muss man wissen, dass ich eine leicht dunkle Hautfarbe habe, ich bin in Deutschland geboren, sehe mich als Deutsche. (Hatte ich glaube ich, auch schon mal erwähnt). Nachdem ich ein Pärchen vorgestellt habe und der Vermieter diese ablehnte, teilte er mir mit was er sucht.
Und dabei viel dieser Satz: „Ich will keine Ausländer hier haben sonst habe ich nachher die ganze Familie hier hocken“
WTF?
Dieser Satz hat mir jetzt erst mal eine schlaflose Nacht beschert.
Niemand kann sich vorstellen was es für mich bedeutete, jetzt ans Telefon gehen zu müssen und Menschen, die entweder einen fremdländisch klingenden Namen oder irgendeine Art von Akzent haben, sagen zu müssen das sie für die Wohnung gar nicht infrage kommen.
Das war ein Moment wo ich mich vor mir selber geekelt habe.
Ich habe daraufhin alle Anzeigen deaktiviert und gegrübelt. Was ist mir wichtiger… Meine Werte oder die Mietbelastung.
Und ganz ehrlich Leute, ich schmeiße meine Werte nicht wegen so eines Menschen über Bord…. Da soll er sich seine Mieter alleine suchen, mein Preis liegt höher als zwei Monatsmieten.

Was mich mit am meisten aufregt zurzeit, ist das Elternbashing, das bei uns stattfindet.
Klar hatte ich schon vorher damit zu tun, dass man Lebensentwürfe ablehnt – aber ich muss sagen, in unserer KITA Zeit war das nicht halb so ausufernd, wie es jetzt die letzten 6 Wochen stattfindet.

Es scheint als würde morgens und mittags vor der Schule ein Wettstreit um den idealen Lebensentwurf geführt.
Da bin ich, die alleinerziehende, ich arbeite und habe, wie die meisten die alleine sind, mein notorisches schlechtes Gewissen, das ich wie einen Ratenschwanz hinter mir her ziehe. Klar weiß ich, dass es bei der Zeit, die ich mit meinen Kind verbringe nicht um Quantität, sondern um Qualität geht. Aber jeder kennt doch solche Tage wo man sich kaum zur Hausarbeit zwingen kann, nach einem langen Arbeitstag, geschweige denn sich ein pädagogisch wertvolles Freizeitprogramm aus den Finger ziehen kann.

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Wegen dieses Artikels zum Thema “Krieg” verließ der Journalist Dieter Hildebrandt 1968 die FAZ: Die Zeitung hatte es abgelehnt, den Text zu drucken. Die ZEIT druckte ihn dann, und wir bringen ihn aus gegebenem Anlass jetzt noch einmal. Wenn auch in Zeiten des Vietnam-Kriegs geschrieben, ist seine Aussage doch zeitlos: “Dieser Krieg ist unser Krieg. Er betrifft uns alle. Er verletzt uns alle.” (Zitat (c) Zeit)

 

http://www.zeit.de/1968/14/dieser-krieg

 

Liège (14).JPG
Liège (14)“. Licensed under Public domain via Wikimedia Commons.

„Alleinerziehend sein, bedeutet am Armutsrisiko zu Leben“

„Alleinerziehende leben am Limit ihrer Kraft“

„Alleinerziehend – wie bekommst du das alles nur hin..?!?“

Wenn wir ehrlich sind, sind die meisten Sätze, die man über das alleinerziehend sein hört, ziemlich negativ belastet. Viele von Ihnen sind wahr – keine Frage – aber mich stört das. Es ist schlecht – und ich erkläre auch gerne gleich warum.

Ich bin jetzt seit über 3 Jahren mit meiner Tochter alleine.

Und wisst Ihr was? Ich bin glücklich.

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