Menschen

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Herr Bundespolizist,

 

durch meinen täglichen Nachrichtenkonsum bin ich an mancherlei Grausamkeit, Menschenverachtung und schreckliche Ereignisse gewöhnt, man kann es schon fast abgestumpft nennen.

 

Doch Ihre Tat lässt selbst mir, die schon so viel gehört, gesehen, gelesen und erfahren hat kalte Schauer über den Rücken laufen.

Schon der Ton der Nachricht, den Sie so stolz (und nichts wäre an dieser Stelle unangebrachter) anschlagen, lässt erahnen wie rabenschwarz Ihre Seele sein muss.

Menschen die hier Hilfe und Schutz suchen, geflohen von der Grausamkeit eines Bürgerkrieges der nun schon Jahre andauert und der dieses Jahrzehnt prägen wird, wie der Irak- und Irankonflikt es getan hat, werden von Ihnen dort verächtlich beleidigt…. Und Sie wären wahrscheinlich froh gewesen es wäre dabei geblieben.

 

Sie foltern Menschen mit Gewalt und würgen Sie, Sie lassen gläubige Moslems verdorbenes Schweinefleisch essen und schimpfen wahrscheinlich, wenn Sie mit Ihren Freunden zusammen sind, über Extremisten.

Das Extremisten Menschen sind, die wahlweise anderen Ihren Glauben und Ihre Weltanschauung mit Gewalt aufzwingen, ist ihnen hoffentlich bewusst. Ist Ihnen den auch klar, dass Sie mit Ihren Verhalten genauso und noch schlimmer als diese Menschen sind?

 

Dann bringen Sie Schimpf und Schande über einen Berufsstand, der zumindest in meiner Kindheit einen gewissen Schutz verkörperte. Bewerben Sie sich doch nächstes Mal gleich bei der IS, Ihre Talente werden dort sicherlich geschätzt…

Wünschen würde ich mir, das Ihre Kollegen Sie zum Teufel jagen, dass Ihr Chef sie feuert und Sie nie wieder als Vertreter, auch meines Staates, auftreten dürfen.

Leider habe ich das Gefühl, dass Sie von vielen Gesinnungsgenossen umgeben sind und die Wahrscheinlichkeit, dass Sie geschützt werden, sehr hoch ist…. Oder stillschweigend pensioniert mit vollen Bezügen, irgendwas wird denen wohl einfallen…

 

Mit angewiderten Grüßen

xxx

Es gibt wohl keine Möglichkeit über Rassismus zu reden, ohne dass es Menschen gibt die einen sofort spüren lassen, dass sie sich angegriffen fühlen. Gefährlicher allerdings finde ich, darüber zu schweigen. Insbesondere da es mein Leben direkt oder indirekt immer betreffen wird.
Als erstes – und bevor ich ins Thema einsteige, möchte ich klar stellen, dass ich durchaus nicht denke, ich lebe in einen Land voller Rassisten – sondern da sehr wohl fein abstufe zwischen „rechts“, „konservativ“ oder einfach nur von der Gesellschaft enttäuscht und nach einen Schuldigen suchend.

Doch fangen wir bei mir an, denn vielleicht kann ich aus meiner Sicht ein paar Beweggründe und Irrtümer aus der Welt schaffen.

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Was mich mit am meisten aufregt zurzeit, ist das Elternbashing, das bei uns stattfindet.
Klar hatte ich schon vorher damit zu tun, dass man Lebensentwürfe ablehnt – aber ich muss sagen, in unserer KITA Zeit war das nicht halb so ausufernd, wie es jetzt die letzten 6 Wochen stattfindet.

Es scheint als würde morgens und mittags vor der Schule ein Wettstreit um den idealen Lebensentwurf geführt.
Da bin ich, die alleinerziehende, ich arbeite und habe, wie die meisten die alleine sind, mein notorisches schlechtes Gewissen, das ich wie einen Ratenschwanz hinter mir her ziehe. Klar weiß ich, dass es bei der Zeit, die ich mit meinen Kind verbringe nicht um Quantität, sondern um Qualität geht. Aber jeder kennt doch solche Tage wo man sich kaum zur Hausarbeit zwingen kann, nach einem langen Arbeitstag, geschweige denn sich ein pädagogisch wertvolles Freizeitprogramm aus den Finger ziehen kann.

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Ich hab ja erwähnt, dass meine Kleine erst seit ein paar Wochen in die Schule geht. Eigentlich seit genau einen Monat. Für mich ist diese Zeit, wie bei allen Schulneulings- Eltern sehr spannend. Für mich ist sie auch eine Zeit der Wahrheit.

Mein Kind ist… Wie soll man das sagen. Mein Kind ist anders.

Sie brummelte und plapperte (also formulierte Laute) schon, als sie auf die Welt kam. Sie sprach früh. Sie stellte mir Fragen. Soviel, nach der menschlichen Seele, nach der Existenz Gottes. Über Veganismus und der Entscheidung dazu. Sie stellte alles infrage. Und irgendwann kam der Punkt, wo ich bei der Kinderärztin saß und heulte, weil ich nicht verstand, warum mein Kind in einem Alter, in dem andere ihre ersten Sätze aussprechen, mir die Fehler in meiner Argumentationskette um die Ohren haute…

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2 Euro Gedenkmünze WWU.jpg
2 Euro Gedenkmünze WWU” by einbruchs.
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(Original text : -). Licensed under CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons.

Am Wochenende habe ich mich lange mit dem Gedanken „Sind wir arm?“ rumgeschlagen. Warum frage ich mich das? Ich empfinde mich selbst nicht als arm, vielleicht weil ich auf Luxusartikel keinen Wert lege, vielleicht weil ich meinen Reichtum in anderer Weise definiere.

Als mein Kind eingeschult wurde ist mir unsere prekäre finanzielle Situation mal wieder explizit vor Augen geführt worden.
Der Grund war sehr profan: Ich muss für meine Tochter ein Schülerticket besorgen, und als ich im Sekretariat nachfragte, haben die mich – sobald sie wussten das ich alleinerziehend bin – direkt an die Schulsozialarbeiterin weitergereicht. Dort wurde mir dann nahegelegt *Aufstockung* zu beantragen… Ja ok., wegen mir. Wenn wir dadurch das günstige Ticket bekommen… Und dann kam der Satz am „Servicetelefon“: Das ist ja für die ARMEN LEUTE da…

*KLAAAATSCH*

Auch wenn ich mich selbst nicht als ARM definiere, scheint die Gesellschaft dies zu tun, was ich aber als… hmmm sagen wir… als „Geringverdiener“ bezeichnen würde. Aber ist das denn schon Arm?
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Liège (14)“. Licensed under Public domain via Wikimedia Commons.

„Alleinerziehend sein, bedeutet am Armutsrisiko zu Leben“

„Alleinerziehende leben am Limit ihrer Kraft“

„Alleinerziehend – wie bekommst du das alles nur hin..?!?“

Wenn wir ehrlich sind, sind die meisten Sätze, die man über das alleinerziehend sein hört, ziemlich negativ belastet. Viele von Ihnen sind wahr – keine Frage – aber mich stört das. Es ist schlecht – und ich erkläre auch gerne gleich warum.

Ich bin jetzt seit über 3 Jahren mit meiner Tochter alleine.

Und wisst Ihr was? Ich bin glücklich.

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Es gibt so Tage, da wäre ich gerne strohdumm

Ich wäre gerne ahnungslos und würde mich am liebsten in irgendeine Promizeitschrift verkriechen.

An solchen Tagen würde es mir völlig reichen wenn mein Horizont nicht über den eigenen Tellerrand hinausgehen würde. An solchen Tagen würde ich am liebsten Probleme ignorieren und mich irgendwo hinter der Couch verstecken.
Es gibt so Tage – das Blöde daran ist nur, dass ich es nicht bin. Meine Promizeitschriften sind meistens irgendwelche historischen Romane oder Biografien (gerade habe ich mich in einen über Troja vergraben), die seichte Unterhaltung ödet mich an und mein Hirn braucht Futter. Das Schöne am Lesen ist, finde ich, dass die dort beschriebenen Probleme schon lange vorbei sind und ich mich zurück lehnen kann und nicht über deren Lösung nachdenken muss.

Diese Woche war wieder so eine, an allen Ecken der Welt brennt es…. Hier die Verrückten der ISIS (und die sind gefährlich…brandgefährlich verrückt) und dort „Puttler“ der ja ÜBERHAUPT nichts von der Ukraine will (Ironie aus) und den Westen in einer Glanzvorstellung an der Nase rumführt. Unter uns: Ich mag Puttler nicht, aber es war ein geschichtlich-politisches Meisterwerk, was er da betrieben hat. Würde er Coachings für Diktatoren geben – wenn Sie ihn da in Moskau endlich mal rauswerfen -der Junge würde sich dort eine goldene Nase damit verdienen.

Dann die Armen Kinder im Irak, ich folge da einer FB Seite. Ein junger Mann aus Osnabrück sitzt dort unten fest und postet direkt aus dem Krisengebiet….
Und irgendwann kommt bei mir der Punkt da lasse ich den Fernseher aus. Da reicht es. Die Menschheit ist echt zum Haare raufen blöde… Mein Herz blutet bei dem Anblick von so viel Grausamkeit und Dummheit.

Tatsächlich habe ich seit Tagen Kopfschmerzen – und das nicht etwa weil es “das Wetter ist” oder “ich was ausbrüte…” Ich habe Kopfschmerzen, weil ich das Gefühl habe, dieser Krieg, dieser Medien- und Meinungskrieg, diese Glaubenskonflikte und Völkermorde würden in meinen Kopf ausgetragen.

Ich kauf mir jetzt die neue Glamour … mal sehen was BRANGELINA so treibt…

Oh da geht mir die Galle ja mal wieder sonst wo hin.
Das erste was ich heute lesen muss ist: Obama weitet Kämpfe gegen ISIS auf Syrien aus.
Jetzt versteht mich nicht falsch. Finde ich auch bitter nötig – AAAABER seit 2011.. genauer gesagt März 2011 bringt Assad sein Volk um, das sind jetzt verdammte 3 ½ Jahre … und weil sich der WESTEN jetzt bedroht fühlt kommen sie jetzt auf die glorreiche Idee da mal was zu machen. Aber nein, die wollen nicht etwa den Verrückten da stoppen, sondern sich in den Konflikt begeben, der da gerade ausbricht. Jetzt mal abgesehen davon, dass man diese IS stoppen muss – welch Hohn muss das sein für das Syrische Volk, dass ihre Lebenssituation dort nicht ausreicht, um einzugreifen.

GRRRRRMPF!

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Chess-king” by David Lapetina – Own work. Licensed under CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons.

Solange ich mich erinnern kann, wollte ich an das Gute im Menschen glauben. Ich war immer von einer Art Idealismus geprägt, von der Hoffnung, dass ich in einem Zeitalter lebe, in dem alte Ressentiments verschwinden, dass von der Vernunft regiert wäre und dass wir unsere Lektionen aus der Geschichte gelernt haben.

Ich habe immer gedacht, dass die homophoben, ultrareligiösen, rassistisch motivierten Menschen in der Minderheit wären, dass eine reale Chance besteht, dass meine Tochter in einer – natürlich nicht perfekten – aber offeneren Gesellschaft aufwächst.

Seit ein paar Monaten habe ich diese Hoffnung verloren. Nicht nur, dass ich das Gefühl habe,

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